Yoga und Meditation

Neben der ketogenen Ernährung liegen mir Yoga und Meditation ganz besonders am Herzen. Deswegen hatte ich ja schon vor meiner Krebserkrankung umgesattelt und bin Yogalehrerin geworden. Die hier erlernten Techniken - oder besser: die auf diese Weise entstandene Lebensphilosophie - haben mir gerade bei der Bewältigung meiner Krankheit sehr geholfen. Ich habe hier kurz die positiven Effekte von Yoga und Meditation beschrieben. Wenn ihr mögt, schaut gerne einmal auf YouTube nach Yoga zum Thema "Dehnung Brustmuskulatur/Schultergürtel" und/oder Meditation zum Thema "Entspannung, Heilung, Einschlafen". Ich bin sicher, ihr werdet fündig o;)

 

Positive Effekte von Yoga und Meditation

Aus eigener Erfahrung auch als Yogalehrerin kann ich bestätigen, dass ich während meiner Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung von einer regelmäßigen Yoga- und Meditationspraxis auf verschiedene Weise profitieren konnte. Auch diverse Langzeitnebenwirkungen halten sich bei mir im Rahmen. In Summe sehe ich die folgenden positiven Effekte:

  • Messbare Stärkung des körpereigenen Immunsystems
  • Senkung des Blutzuckerspiegels und Erhöhung des Ketosespiegels im Zusammenspiel mit der ketogenen Ernährung (es ist wirklich unfassbar, aber ich erlebe es regelmäßig!)
  • Messbare Stressreduktion auf körperlicher Ebene (u.a. sinkende Entzündungsbotenstoffe wie Cortisol und Adrenalin, die am Krebsgeschehen maßgeblich beteiligt sind, sinkender Blutdruck)
  • Spürbare Entspannung und Dehnung auf muskulärer Ebene (u.a. Reduzierung von Verspannungen und Verkürzungen aufgrund von Operationen, Bestrahlungen, Stress)
  • Verbesserte Regenerationsfähigkeit (u.a. schnellere Heilung nach körperlichen Eingriffen)
  • Kräftigung der Muskulatur (u.a. Verbesserung des Körpergefühls)

Die positiven Auswirkungen von Yoga und Meditation auf Körper und Seele sind zwischenzeitlich auch durch Studien eindeutig belegt worden. Eine ganze Sammlung davon findet ihr auf einer Internetseite namens Wiki.Yoga-Vidya - für weitere Inhalte von Yoga Vidya bin ich allerdings nicht verantwortlich ... ;o)

  • Buric, Ivana: What Is the Molecular Signature of Mind–Body Interventions?, Frontiers in Immunology, 2017
  • Qu, Su: Rapid Gene Expression Changes in Peripheral Blood Lymphocytes upon Practice of a Comprehensive Yoga Program, Plos One, 2013

 

Für jeden den passenden Yogastil

Yoga ist nicht gleich Yoga und das ist das Gute daran ... ;o) ... So gibt es für jedes Alter, jede Konstitution, jede Lebenssituation und jeden Geschmack einen passenden Yogastil. Zur Orientierung habe ich hier ein paar bekannte Yogastile kurz beschrieben, damit ihr euch, falls ihr es einmal ausprobieren möchtet, leichter zurechtfindet.

 

Yin Yoga

Yin Yoga ist der sanfteste und passivste aller Yogastile. Die Übungen (Asanas) werden meist im Liegen oder Sitzen ausgeführt und längere Zeit bei bewusster Atmung gehalten. Hier findet ihr vornehmlich Möglichkeiten der Dehnung und Entspannung. Es eignet sich daher hervorragend für alle, unabhängig von Alter und Konstitution, die mit Yoga beginnen wollen oder für diejenigen, die hauptsächlich Ruhe und Entspannung suchen.

 

Hatha Yoga

In dem ältesten und bekanntesten Yogastil wird der Einklang von Körper und Geist durch eine aktiviere Körperarbeit und gezielte Atmung (Pranayama) angestrebt. Die Yogapraxis ist bewegt, ohne zu dynamisch zu sein. Hatha Yoga eignet sich meiner Meinung nach für all jene, die Yoga beginnen möchten und deren Kondition eine bewegtere Yogapraxis erlaubt.

 

Hatha Yoga Flow

Dieser Yogastil ist noch dynamischer als der Hatha Yoga und die Asanas werden mit besonderer Achtsamkeit auf den Atem in einem fließenden Ablauf praktiziert. Diese Praxis eignet sich für Menschen mit Yogavorkenntnissen und guter körperlicher Kondition.

 

Es gibt darüber hinaus noch diverse Yogastile, die ich hier nicht im Einzelnen aufzeigen möchte, da ich der Meinung bin, dass die o.g. gerade im Rahmen einer Brustkrebserkrankung am Besten geeignet sind.   

 

Yogaübungen speziell für Brustkrebspatienten

Yoga für Brustkrebspatienten sollte dazu geeignet sein, möglich Spätfolgen der Operationen und Bestrahlungen zu vermeiden oder zu lindern. Hierzu zählen u.a. insbesondere die Dehnung von Verkürzungen im muskulären Gewebe des Brustraumes und Schultergürtels, die Dehnung von Vernarbungen und deren Beschwerden, sowie die Vermeidung und Linderung von Lymphödemen. Vielleicht findet ihr ein Yogastudio in eurer Nähe mit einem geeigneten Kursangebot. Solltet ihr zuhause, ein speziell bei Brustkrebs geeignetes Yoga, praktizieren wollen, solltet ihr auf Folgendes achten:

  • Schaut zur Inspiration evtl. auf YouTube, ob ihr eine geeignete kleine Yogasequence findet, die zum Thema passt (Dehnung Oberkörper (Brust, Schulter, Rücken), Herzöffnung, Yin Yoga zur Entspannung)
  • Praktiziert Übungen, die gezielt den Brustkorb öffnen und/oder den Schultergürtel dehnen
  • Haltet statische Übungen im Sitzen oder Liegen für eine längere Zeit und atmet bewusst in die gedehnte Körperregion hinein
  • Achtet immer auf euer Körpergefühl und geht nur soweit in eine Position, wie es euch angenehm ist
  • Lasst den Atem kontinuierlich tief durch die Nase ein- und ausströmen
  • Atmet in den Bauchraum, so dass sich die Bauchdecke mit der Einatmung sanft hebt
  • Lasst den Atem immer sinnvoll mit der Bewegung zusammen fließen (z.B. einatmend die Arme heben, ausatmend die Arme senken)

Namaste

Meditation

Eine tägliche Meditation zur Entspannung kann ich wirklich sehr empfehlen. Ist man ein wenig darin geübt, gelingt es sehr viel leichter, mit stressigen Situationen umzugehen, Ruhe zu bewahren und Ängsten wenig Raum zu geben. Auch Anfängern ist es möglich, direkt mit einer Meditation zu starten! Auf youtube gibt es unzählige angeleitete Meditationen mit unterschiedlichem Schwerpunkt und wenn man sich ein wenig umschaut, findet man hier sicher eine geeignete Variante. Außerdem gibt es diverse Bücher, CD´s und Videos zu diesem Thema. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit in kleinen Gruppen in diversen Yogaschulen, an der VHS etc. eine Meditationspraxis zu erlernen.